Berichte und Texte

 

Manfred Grothe
Weihbischof in Paderborn

Predigt zum Christkönigs-Sonntag 28.11.2018
(Joh 18,33 – 37)

Christus ist König! Das bekennen wir mit dem heutigen Fest. Das sagt er aber auch von sich selbst, als er vor Petrus steht. Christus ist ein König ohne Land, aber nicht ohne Menschen. Und für die tut er alles. Als das heutige Fest im Jahre 1925 eingeführt wurde, war bekanntlich Papst Pius XI. in großer Sorge um die zerstörerische Kraft stark werdender politischer Systeme, wie des Bolschewis­mus’ und des aufkommenden Nationalsozialismus’.

In dieser Situation wollte er mit der Einführung des Festes ein Zeichen setzen. Die Anerkennung der Königsherrschaft Jesu Christi wurde von ihm als ein demonstratives Gegenmittel gegen die große Gefahr gesehen, die von einer Verabsolutierung von Ideologien und – damit einhergehend – von Macht- und Herrschafts-besessenen Personen ausgeht.

Ein Blick in die Geschichte bestätigt bis heute: Menschen berauschen und orientieren sich immer wieder an starken und mächtigen Führungsgestalten und sind zu unkalkulierbarem und fanatischem Tun in der Lage.

Man kann fragen: Was bewegt Menschen dazu, so bedingungslos und oft blind jemandem zu fol­gen? Was erwarten sie von jemandem, den sie gleichsam zum Herrn über ihr Leben machen? Sozio­logen und Psychologen haben darüber umfangreiche Studien angefertigt.

Für uns Christen stellt sich an diesem Sonntag in Anlehnung an das soeben Gesagte die Frage: Wer ist Herr unseres Lebens? Richtiger: Wer ist Herr meines Lebens? An wem richte ich mein Leben aus?

Und da sind viele Antworten denkbar. Ist es ein anderer Mensch, der Partner, die Partnerin, die für mich an die erste Stelle treten, der Freund oder die Freundin, auf den/die ich meine Glückser­wartungen und -hoffnungen konzentriere?

Bin ich es selbst, ist mein Ego der Maßstab aller Dinge? Ist es der Zeittrend, der mich bestimmt?

Sind es die Versprechungen von “Wellness” und persönlichem Wohlergehen, die mich dazu bringen, nach ihnen meine Lebensplanung auszurichten? Wer oder was beeinflusst mich bewusst oder unbewusst?

“Christus Sieger, Christus König”, singt die Kirche zu diesem Fest.

Doch meinen wir das auch wirklich? Welche Rolle spielt Jesus belastbar in meinem Leben? Füllt er diese eine Stunde am Sonntag, oder nimmt er mehr Raum ein bei mir?

Die zentrale Botschaft Jesu war die vom Beginn des Reiches Gottes und in seinem Reden und Han­deln beinhaltet das Reich Gottes zwei Wirklichkeiten und Beziehungsfelder: Eine ganz bestimmte Gottesbeziehung und eine ganz bestimmte Menschenbeziehung. Das Regierungsprogramm des Kö­nigs Jesus ist sein Leben: “Den Armen brachte er die Botschaft vom Reich Gottes, den Gefangenen Befreiung, Blinden das Augenlicht, Zerschlagenen die Freiheit.”

Und Jesus fürchtete sich dabei nicht vor Menschen, auch nicht vor der Obrigkeit, weder vor der weltlichen noch vor der religiösen. Er blieb dem Auftrag seines himmlischen Vaters treu, auch als er dafür ans Kreuz gehängt wurde. Seine Botschaft war damals wie heute:

Lasst ihn, den Gott des Lebens und der Freiheit, Herr sein – und sonst niemanden!

Als Pilatus Jesus nach dessen Gefangennahme fragt: “Also bist Du doch ein König?”, antwortet er: “Du sagst es. Ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege.” So hörten wir es im Evangelium.

Es ist die Wahrheit über Gott und über den Menschen, für die Jesus ein unüberbietbares Zeugnis ab­gelegt hat. So ist das Reich Gottes durch Jesus in die Welt gekommen, so kommt das Reich Gottes auch durch uns Menschen in unsere Geschichten und in unsere Geschichte, immer begrenzt – end­lich und nie vollkommen, nie flächendeckend, eher punktuell, hier und dort.

Doch das Reich Gottes, in dem die Würde jedes einzelnen Menschen im Zentrum steht, ist nicht des Menschen Arbeitskraft, nicht seine Schönheit, seine Leistungsfähigkeit oder sein Konsumverhalten. Das Reich Gottes greift dort um sich, wächst dort, wo Menschen sich
bewusst im Be-Reich Gottes festmachen und sich dort einrichten. Deshalb kommt es auf jede und jeden von uns an, auf jeden einzelnen Getauften.

Und da kommen Fragen: Wo erhebe ich mich selbst zum “König” über andere? Wo nutze ich meine Stellung aus ohne Rücksicht? Welches sind meine Maßstäbe im Umgang mit meinen Mitmenschen? Orientiere ich mich am Leben Jesu, der kam, um zu dienen, sich zu verschenken? Oder leiten mich andere Maximen?

Und es kommen dann auch Fragen an uns als christliche Gemeinde und als Kirche. Rechnen wir wirklich und bedingungslos bei unserem Agieren und Planen und Sorgen auch mit Gott, oder rechnen auch wir nur noch mit Zahlen: Immer weniger Kirchenbesucher, immer weniger Taufen und Spenden! Was können wir uns noch leisten? Bleibt bei allem noch für Gott Raum in unseren Gemeinden, Pastoralverbünden, so dass Menschen mit ihm in Berührung kommen können, oder bleibt er bei all den Veränderungen “draußen vor der Tür”?

Dass Menschen in unseren Gemeinden aufatmen können, weil sie die befreiende und liebende Nähe Gottes spüren, das muss uns bewegen. Dass das Reich Gottes in unseren Gemeinden wächst,
stark wird und erfahrbar bleibt oder wird, darum muss es uns als Kirche gehen.

Christkönigs-Sonntag – das ist ein Fest mit Passgenauigkeit, weil es einlädt: Jesus Christus, sei Du Herr meines Lebens und Herr der Kirche! Nur in Deiner Kraft können wir an der Welt etwas än­dern, ja auch erneuern.

Wir wollen uns Dir nicht verweigern. Amen!

Zehn Jahre Motu Propriu Summorum Pontificum – Zum Besuch des Erzbischofs

Am 6. August 2017, dem Fest der Verklärung des Herrn, war S. E. Erzbischof Hans Josef Becker zu Gast im sonntäglichen Hochamt. Mit etwa 150 Gläubigen war die Kapuzinerkirche voll besetzt. Große Erwartungen knüpften sich an diesen Besuch. So waren auch aus anderen Gemeinden es Bistums Gläubige zur Mitfeier angereist.

In festlichem Einzug wurde der Oberhirte vom Zelebranten Msgr. Tuszynski, dem anwesenden Klerus und zehn Ministranten zum Chorraum geleitet. Mit Asperges und Staufengebet begann die Hl. Messe. Natürlich warteten alle gespannt auf die Predigt, die der Erzbischof halten wollte. Er begann mit einer Schilderung des römischen Sommers und der Kühlung, die auf dem Caelius zu erfahren sei, wo in der Kirche S. Maria in navicella das Evangelium des Tages abgebildet ist, um dann weiter darauf einzugehen. Er vermied jeden direkten Hinweis auf die liturgische Form, der er beiwohnte und beschränkte sich auf eine Homilie zum Evangelium von der Verklärung Christi. Er sprach von der Unterbrechung des Alltag und dem Mitgehen auf den Berg der Verklärung, wodurch wir herausgerissen sind aus der Gewohnheit unserer Gottesbeziehung. Was für einen Gott erwarten wir uns? Einen, der sich in unsere Vorstellung einfügt, oder einen, der uns zur “Unterbrechung” zwingt, zum Stutzigwerden über das Allzugewöhnliche, was sich so einschleift in unseren Glauben? Nun, das “Allzugewöhnliche” – wir sind der Überzeugung, daß es uns in der Feier der Eucharistie in der außerordentlichen Form des römischen Ritus nie dazu wird, daß jede Messfeier uns über den Alltag erhebt und uns stark macht, dem Alltäglichen zu begegnen.

Viele hatten wohl erwartet, daß der Bischof bei seinem Besuch die Initiative guthieß, die vor zehn Jahren zur regelmäßigen Praktizierung der Messfeiern in der ao. Form führte, vielleicht auch die Aussicht auf eine weitere Ausdehnung der Erlaubnis eröffnete. Das blieb aus. Die Bedeutsamkeit des Besuchs des Erzbischofs lag eher in der Tatsache, daß der Oberhirte diese Gottesdienstgemeinde besuchte, wie jede andere Gemeinde seines Bistums auch, und gemeinsam mit ihr die Heilige Messe feierte. Das Signal war und ist: Ihr seid keine Außenseiter, ihr gehört fest zur Erzdiözese Paderborn, auch in dieser Form ist der Bischof bei euch und “unterbricht das Allzugewöhnliche”. “Wir feiern” – so der Erzbischof – “eben jetzt diese Unterbrechung, geschenkt in unserem sakramentalen Leben, bei der Mitfeier der Heiligen Messe.” Als verwandelte Menschen sollen wir hinausgehen in den Alltag. “Solche Menschen braucht die Kirche mehr denn je.” Diese Worte, in einer Predigt eines Diözesanbischofs, in einer Messfeier in der außerordentlichen Form des römischen Ritus – das sollte die Ermunterung sein, die wir zur Verwirklichung unseres Glaubens und zur Feier der Eucharistie als dessen Höhepunkt benötigen.

Bei strahlendem Sonnenschein verabschiedet sich der Erzbischof nach dem festlichen Auszug vor der Kapuzinerkirche, um dann sich mit den Priestern, die die Messe in dieser Form zelebrieren, zu einem Erfahrungsaustausch zu treffen.

Auch wenn manche Erwartungen direkt nicht erfüllt werden konnten: Seien wir dankbar für diesen Besuch, durch den wir in unserem Tun bestätigt worden sind. Zehn Jahre Summorum Pontificum, zehn Jahre Feier der Heiligen Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus: Dem Herrn sei Dank! Und Seinem Stellvertreter auf Erden, Papst em. Benedikt XVI!
Bilder zum Besuch des Erzbischofs: http://judica-me.de/erzbischof2017/

 

Prälat Dr. Heribert Schmitz

ist am 12. August 2013 kurz nach 21 Uhr verstorben. Nach dem Leiden in den letzten Wochen hat der Herr über Tod und Leben ihn zu sich gerufen. Für die Feier der Heiligen Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus in Paderborn hat er die entscheidenden Schritte getan, ruhig und liebenswürdig, aber entschieden in der Sache. Wenn wir jetzt die Gelegenheit haben, am Mittwoch und an Sonn- und Feiertagen den altehrwürdigen Ritus zu feiern, so ist das im Wesentlichen sein Verdienst. Leider werden die alltäglichen Frühmessen in der Josephskapelle fürs erste nicht mehr regelmäßig stattfinden, denn auch hier war er die treibende Kraft. Gedenken wir seiner im dankbaren Gebet.

Erinnerungsfragmente an Prälat Heribert Schmitz

„Wer errettet meine Seele vor den Worten der Menschen?“

(Erinnerungen sowie Biographien können nur fragmentarisch und subjektiv sein…)

schmitz

 

Durch den jahrelangen Besuch der Hl. Messen im Hohen Dom, war er mir natürlich bekannt. Nur: Immer war etwas ungewöhnliches um ihn – was ich  zunächst nicht einordnen konnte. Diese Fremdheit erklärte sich mir erst, als ich ihn näher kennen lernte. Er habe die neue Messe immer im Geist der alten gefeiert, erklärte er. Und genau so war es auch.

Ein wirkliches Schock-Erlebnis war es, als er zum ersten Mal wieder offiziell die alte Messe in der überfüllten Krypta des Doms feierte, nachdem der Erzbischof die Erlaubnis dazu erteilt hatte. Beim Einzug war er „weiß wie die Wand“. Die Spannung war ihm ins Gesicht geschrieben. Beim Stufengebet „hing“ er plötzlich. Er fing wieder von vorne an. Und nun geschah etwas, was man nur mit großem Staunen quittieren konnte. – Alle Formen sind mißbrauchbar, ob alte oder neue. – Es war wie bei einem restaurierten Kunstwerk: er wischte den Staub der falsch verstandenen Tradition beiseite und es leuchtete „herrlich wie am ersten Tag“ (J. W. v. Goethe, Faust I). Damit stieß er ein Tor auf; das Gelände, das jenseits lag, war meiner Generation fremd gewesen. Tradition: ein Wort, das der 1970er-Zeit nur Hohngelächter entlockte und als intellektuelle Totschlagkeule eingesetzt wurde; hier erlebten wir Tradition als Befreiung, das Rückwärtsgewandte war und ist plötzlich Avantgarde.

Das mußte erst verarbeitet werden. Es war erst der Anfang. Die Wiederentdeckung der alten Ordnung des Kirchenjahres war dann ein konsequentes Weiterschreiten auf diesem Weg. Auf einmal erhellte es das „Warum“ der alten Messe:

“Wir sind verdurstet bei euren Ouellen, wir sind verhungert bei eurer Speise, wir sind blind geworden bei euren Lampen!“

Wer die große Gnade hatte, bei ihm in seinen Privatmessen zu ministrieren, konnte die Spannung bemerken, unter der er immer zu Beginn stand. Es war dies nichts Nervöses oder Angst vor der Öffentlichkeit, es war das Hintreten vor das Mysterium. Diese Spannung bewahrt vor der falschen Routine. Jede Messe war für ihn immer die erste; immer wieder das erste Mal. Noch so erschöpft oder auch krank, nach dem Aufschlagen des Missales atmete er einmal durch, trat er vor die Stufe des Altares und wurde wirklich ein „anderer Christus“. Alles Alltägliche fiel von ihm ab. Er ließ sich von der Form tragen, ohne etwas zu „machen“ und schloß sich und die Anwesenden an etwas an, das von weit her gekommen ist und Ewigkeit bedeutet – und Wahrheit, die es trotz 1968 gibt.

War er ein großer Rhetoriker? Je nachdem wie man den Akzent setzt, wird man dies unterschiedlich beurteilen. Flammende Reden waren nicht sein Stil. Er gewann seine Sprache aus dem Inneren und der Tiefe der Texte. Mit bescheidener Souveränität zog er Parallelen zur Erhellung dunkler Stellen, ohne von außen etwas heranzutragen und brachte das Dunkle zum Leuchten. Je länger er im Zusammenhang der alten Messe predigte, um so mehr fiel das bekannte Schema „Was hat uns das heute zu sagen, liebe Schwestern und Brüder“ ab und die Immanenz trat in den Vordergrund. Es war, ohne das er das gewollte hätte, ein Seminar im ursprünglichsten Sinne. Theologie, die dem Herrn verpflichtet war in glasklarer Sprache, immer auf das Wesentliche konzentriert; fast eine Angst vor der übertriebenen Formulierung; Auslegung, die sich in Demut zurücknahm – Altersdignität, wie sie dieser Generation zu eigen war und noch ist.

Die Verschlossenheit war eine Grundzug seines Charakters. Wer ihn etwas nähere kennen lernte, hat die daraus sich ergebende Distanz immer als Güte erfahren, was sich sonst ausschließt. Allein nicht bei ihm!

Staunenswert war die immense Bildung und sein Wissen und die Kenntnis der drei alten Sprachen. Latein war seine zweite Muttersprache. Er gehörte noch zu der Generation, die in Rom alle Seminare und Vorlesungen in dieser Sprache hörte und auch die Mitschriften in Latein verfasste. Die Sprachenkenntnisse ermöglichte ihm die Worte und Begriffe bist in die feinsten Verästelungen zu verfolgen – eine Stärke, wie sie auch Papst Benedikt XVI. besaß und hoffentlich noch lange besitzt. Die kompliziertesten theologischen Zusammenhänge konnte er in kurzen Gedanken erhellen. Nicht nur dies: er konnte sich ebenso konstruktiv etwa an Gesprächen über das Scheitern der deutschen Monarchie 1918 beteiligen. Ganze Gedichte zitierte es aus dem Gedächtnis; Passagen aus Dantes „Göttlicher Komödie“ trug er im Original vor; nie belehrend oder besser wissend, immer vom Feuer der Kunst der Gedanken beseelt.

Rom war jenseits des biographischen Faktums ein Zauberwort. Eigentlich war diese Stadt immer noch der Mittelpunkt für ihn. Er hatte stets einen imaginären Stadtplan mit allen Details vor Augen: Keine Kirche, von der er nicht genau wußte, wo sie liegt, wie sie aussieht und welchem Heiligen sie geweiht ist. Er konnte sie in allen Einzelheiten beschreiben, ebenso die Vita der Heiligen. Italien hatte er sich von Rom aus erwandert. Er fand wie Goethe das Seiende und keine historischen Konstrukte.

Und noch etwas begleitete ihn: der Zweifel. Nie am Glauben, aber an jeglichem Tun, woraus vielleicht auch manches Zögerliche sich herleitete. Dies war keine Charakterschwäche, sondern ein Wissen um Komplexität, das vor raschem Urteil zurückschreckt und aus einem großen Respekt vor allem Gegenüber entstand, sei es menschlich, in der Kunst und in der Alltäglichkeit.

In seiner Predigt bei den Exequien für den verstorbenen Kardinal Degenhardt, sagte der damalige Kardinal Ratzinger und spätere Papst Benedikt XVI.: „Von ihm konnte man das Wort sagen dass der Herr über Nathanael gesagt hat: eine wahrer Israelit, an dem kein Falsch ist. Nichts Falsches war an ihm.“ Dies traf ebenso auf Prälat Schmitz zu, vielleicht noch verstärkt. Da an ihm kein Fehl war, war er Menschen mit Fehl in großer Hilflosigkeit ausgeliefert; stets sah er nur das Gute im Menschen. Seine materielle Freigiebigkeit kannte keine Grenzen – bis zur Selbstzerstörung. Die Spannungen, die sich hieraus ergaben, mußte er aushalten; auch an ihnen ist er innerlich zerbrochen.

Was bleibt: große Trauer und das Wissen um eine nicht zu schließende Lücke, aber auch ein Wissen, was ein Priester ist:

„Ein Priester am Altar hat kein Antlitz, und die Arme, die den Herrn erheben, sind ohne Schmuck noch Staub,
Denn wen Gott reden heißt, den heißt er schweigen, und wen sein Geist entzündet, der erlischt.“

 H. M.

[Zitate: Gertrud von le Fort, Hymnen an die Kirche, Siebte Hymne]

Wallfahrt 2017

Zehn Jahre vetus ordo in Paderborn, zehn Jahre Wallfahrt nach Kleinenberg – wenn das auch ein Nichts ist in Anbetracht der Ewigkeit, so ist es immerhin doch ein schönes Zeugnis katholischer Glaubenspraxis. Auch in diesem Jahr war der Sonntag nach Christi Himmelfahrt  wieder der Tag der Wallfahrt. Den Fußweg nach Kleinenberg machten 22 Gläubige mit, davon ein gutes Drittel Kinder.  Zwar war es heiß, aber die angekündigte Schwüle hielt sich in Grenzen. Neben den “Paderbornern” war wieder eine Gruppe aus Kassel vertreten, daneben auch Freunde aus dem Rheinischen. Für die müden Jüngsten kamen dann auch bald die geländegängigen Kinderwagen zum Einsatz. Bei Rosenkranz- und Mariengebeten, Liedern und Lauretanischer Litanei kamen auch die Gespräche nicht zu kurz, die sich immer wieder um das Glück bewegten, daß wir in Paderborn solche Gelegenheiten haben, die außerordentliche Form des römischen Ritus zu feiern. Angekommen in Kleinenberg wurden die Fußwallfahrer dann von Msgr. Tuszynski empfangen, “zur Erfrischung mit Weihwasser besprengt” und dann in Prozession mit “Ein Haus voll Glorie” zur Wallfahrtkirche geleitet, wo die Auto-Wallfahrer und weitere Gläubige sie erwarteten. Zwei der Jungministranten ließen es sich nicht nehmen, nach dem Fußmarsch auch noch den Altardienst zu übernehmen. Das Hochamt begann mit dem Psalm “Exaudi, Domine, vocem meam” (Höre, Herr, meine Stimme) und klang mit dem Marienlied “Wunderschön Prächtige” aus. In seiner Predigt reflektierte Msgr. Tuszynski den Vers des Evangeliums: “ihr werdet von mir Zeugnis ablegen”.

Am Nachmittag machte der Regen das Treffen am “Brünneken” unmöglich. Stattdessen feierte dann ein doch recht beachtliche Zahl von Gläubigen die Andacht in der Wallfahrtskapelle, die Pastor Berief mit dem sakramentalen Segen abschloß.