Veranstaltungen

Mittwochsgespräche im Forum St. Liborius

Die Würde des Menschen


Dr. Wolfgang Kühnhold

Gott, Du hast den Menschen in seiner Wür­de wunderbar erschaffen” so betet der Priester in der überlieferten Liturgie zur Op­ferung, bei der Vermischung des Weines mit einem Tropfen Wasser. Die Würde des Men­schen? Was ist das, was be­deutet sie? Zwar findet sich in vielen Ma­nifesten, daß die Würde des Men­schen un­antastbar sei – so auch im Artikel 1 des Deutschen Grund­gesetzes. Die Messlitur­gie aber sagt weiter: “… und noch wun­derbarer erneuert.” Er­neuert durch das Opfer unseres Herrn, das wir in jeder Messe auf dem Altar darbrin­gen. Unmiß­verständlich fährt dann das Ge­bet fort: “Laß uns durch das Ge­heimnis die­ses Was­sers und Weines teil­nehmen an der Gott­heit Des­sen, der sich herabgelas­sen hat unsere Menschen­natur anzuneh­men.” Das ist wahrlich un­geheuer! Aber genau das macht die wah­re Würde des Men­schen aus: Teilhabe an der Gottheit. Kei­ne De­mokratie, keine Institu­tion kann uns das bieten.

Wie aber achten wir die Würde unseres Nächsten? Wie unsere eigene Würde? Die Veranstaltungsreihe will aus verschiede­nen Perspektiven einen Blick auf die ka­tholische Verantwortlich­keit für den Men­schen und seine Würde wer­fen, vom Mo­ment der Zeu­gung bis zum Ende unseres irdischen Le­bens. Nach jedem Vortrag ist Zeit und Gelegenheit zu einem vertiefen­den Ge­spräch.

 

Die Termine im Einzelnen:


Prof. Ralph Weimann

2. Januar, 19.30 Uhr
Wert und Beginn des menschlichen Lebens – und der Fortschritt der Technik
Prof. Dr. Dr. Ralph Weimann, Rom

Dr. Wolfgang Kühnhold, Vorsitzender des “Fördervereins Judica me”, der die “Mittwochsgespräche” organisiert, konnte etwa 40 Interessenten begrüßen, darunter auch Priester und Studierende der Theologie, die noch im Weihnachtsurlaub in Paderborn waren.- Ralph Weimann, der in Rom an verschiedenen Universitäten lehrt, berichtete über schockierende Ergebnisse der Forschung zur Präimplantationsdiagnostik, wodurch sich einer spezialisierten Technik ungeahnte Möglichkeiten eröffnen, in das ungeborene Leben des Menschen eingreifen, es verändern und nach Belieben töten zu können. Sein Ausgangspunkt: Der Mensch ist Abbild Gottes! Die Technik verkehrt diesen Glaubenssatz und maßt sich an, nach ihren Vorstellungen den noch ungeborenen Menschen manipulieren zu können. Die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, fordern zu einem bewußt christlichen, ja katholischen Leben auf.



Phillip Droste

23. Januar, 19.30 Uhr
Die Würde des Menschen in Krank­heit und Gebrechen
Philipp Droste, Paderborn

Nach drei Wochen Unterbrechung ging es weiter mit den Ausführungen von Philipp Droste. Da die Veranstaltungen auch in der Presse angekündigt werden, kommen auch Zuhörer, die nicht über die “alte Messe” eingeladen sind. Das ist zweifellos gut so, da aus den Diskussiosbeiträgen immer wieder auch unerwartete Anregungen kommen. An diesem Abend waren 30 Zuhörer in den Vortragsraum gekommen. Philipp Droste ist nicht nur Arzt am LWL-Krankenhaus sondern auch Diplomtheologe. Seine Ausführungen eröffneten ein äußerst spannendes und intensives Gespräch, bei dem es nicht nur um den Sinn des Leidens, sondern auch um Fragen des Sterbens ging. Ein gutes Vorzeichen für das “Mittwochsgespräch” am 27. März.



Vikar Benedikt Kickum

6. Februar, 19.30 Uhr
Gerufen in das Allerheiligste einzu­treten. Die Würde des Menschen – eine Spurensuche in der Liturgie.
Benedikt Kickum, Neheim

Nach den bislang efolgreichen und gut besuchten Abenden sprach Vikar Benedikt Kickum am 6. Februar in seinem Referat über die vielfältigen Bezüge zur Würde des Menschen in der Liturgie, die einzig auf die unblutige Erneuerung des Kreuzesopfers Christi ausgerichtet ist, wobei eine Mahlgemeinschaft allenfalls sekundär in Frage kommt. In diesem Opfer hat ER uns “neu geschaffen”. Der Bogen spannte sich so vom  Bericht der Genesis, wonach der Mensch in seiner Würde als Abbild Gottes geschaffen ist – und zwar “als Mann und Weib erschuf er sie” – bis zu Kreuz und Auferstehung. Damit ist bereits der Grundakkord gegeben für das nächste Mittwochsgespräch am 20. Februar.  Dann wird Vikar Klashörster über “Das heilige Sakrament der Ehe”  berichten.


20. Februar, 19.30 Uhr
Das heilige Sakrament der Ehe
Manuel Klashörster, Holsen

Mit Beginn der Vorfastenzeit steht in den Lesungen im Stundengebet der Kirche der Schöpfungsbericht im Mittelpunkt. Als Mann und Frau erschuf Gott den Menschen; Vikar Klahörster ging in seinen Ausführungen aber auch noch von eine anderen Stelle der heiligen Schrift aus, dem Epheserbrief. Dort wird zunächst an den Genesisbericht angeknüpft “… und die zwei werden ein Fleisch sein”. Dann aber fährt Paulus fort: “… ich beziehe das auf Christus und die Kirche”. Wie der himmlische Bräutigam sein Braut – die Kirche – liebt, so soll es Vorbild für das Ehesakrament sein. Die eindringliche Darstellung Klashörsters rief eine ungewöhnlich lebhafte Diskussion hervor. Vortrag und Gespräch werden noch in vielfältiger Weise bei den Zuhöreren nachwirken.



Pfarrer Peter Fuchs
13. März, 19.30 Uhr
Sklaverei in unserer Zeit?
Peter Fuchs, München

Zu den Werken der Barmherzigkeit zählt auch die Aufforderung “die Gefangenen zu befreien” – aber wo und wie ist das möglich?  Pfarrer Peter Fuchs zeigte in seinem Vortrag eine gute Möglichkeit, das Fastenalmosen dafür einzusetzen. Er ist Geschäftsführer von CSI, einer internationalen Gesellschaft, die sich für verfolgte Christen auf der ganzen Welt einsetzt. Bereits vor zwei Jahren war er in einem Mittwochsgespräch zu Gast mit einem Vortrag  über die verfolgten Christen in Syrien. In diesem Jahr berichtete er über Aktionen von CSI im Sudan. Dort leben im Nordteil Muslime, die sich zum Salafismus bekennen und in archischer Weise Menschen aus dem Südsudan – überwiegend katholische Christen – als Sklaven halten . Sie sind jeglicher Menschenwürde beraubt, dürfen straflos misshandelt werden oder werden zwangsislamisiert . Dieses Faktum wird in den öffentlichen Berichterstattungen totgeschwiegen. In mehreren Aktionen versuchen Mitarbeiter von CSI diese Menschen zu befreien, in ihre Heimat zurückzubringen und dort mit einer Starthilfe zu versorgen. Damit kann diesen Menschen ihre Würde zurückgegeben werden  und wir können als Mitchristen unser Teil dazu beitragen.



Pastor Thomas Zwingmann
27. März, 19.30 Uhr
Die Würde des Menschen im Sterben und über den Tod hinaus
Thomas Zwingmann, Geseke

Eindruckvoll referierte Pastor Thomas Zwingmann vor zahlreichen, hoch interessierten Zuhörern über die “letzten Dinge”. Unterstützt von Aussagen aus dem Kathechismus und Zitaten von Kardinal Ratzinger / Benedikt XVI legte er dar, wie  ein christliches Sterben zu verstehen ist. Aber auch die Sorge um die Verstorbenen, die Verpflichtung zu Gebet und Ablaß für die armen Seelen – ja, es gibt ein Fegefeuer! – stellte er als notwendig für ein Leben in Christus und zur Würde eines jeden Gläubigen dar. Die anschließednen Gespräche uferten in den zahllosen Fragen und Problemen geradezu aus, so daß die Veranstaltung gegen 21 Uhr geschlossen werden mußte. Dank aller an Pastor Zwingmann.

 



Vikar Tobias Kiene
10. April, 19.30 Uhr
Ecce homo – Gedanken zur Passion Christi
Tobias Kiene, Balve

Der Abschluß der “Mittwochsgespräche” dieses Frühjahrs zielte auf den Urheber der Würde des Menschen: Jesus Christus. Durch ihn, das Wort des ewigen Vaters, sind wir geschaffen und haben unsere Würde erhalten. Durch seinen Kreuzestod hat er unsere Würde “noch wunderbarer erneuert” (s. Offertorium der Hl. Messe und die Gebete der Osternacht). So lenkte Vikar Tobias Kiene zum Abschluß der Veranstaltungen dieses Frühjahrs die Augen auf den Gekreuzigten. Mit Beispielen aus der Seelsorge belegte er: Sein Kreuzestod war zwingend notwendig für unser Heil, durch Seine Wunden sind wir geheilt.